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Geschichte der Bertramka

 

Josefina Dušek (Josepha Duschek),
geb. Hambacher (1754-1824)

 

Die Zeitgenossen kannten Josefina Dušek als hervorragende Sopranistin mit großer Stimme und mit so ausdrucksvollem Vortrag, dass der gestrenge Leopold Mozart ihr dies sogar zum Vorwurf machte. Sie stand im Ruf einer ausgezeichneten Gastgeberin, und das nicht nur wegen der gastfreundlichen Bewirtung. Bei den Dušeks fand sich stets eine gute Gesellschaft ein, die allem Neuen und Schönen aufgeschlossen gegenüberstand, in der man sich frei bewegen, sprechen und spielen konnte.

Josefinas Vater war Apotheker auf dem Altstädter Ring gewesen, die Mutter stammte aus einer angesehenen Bürgersfamilie in Salzburg. Schon mit zwölf Jahren verlor Josefina den Vater, doch war es ihr dennoch möglich, sich ganz auf die Entwicklung ihrer außergewöhnlichen musikalischen Begabung zu konzentrieren. Nach 1770 wurde zu ihrem Musiklehrer Franz Xaver Dušek, mit dem sie sich 1776 vermählte. Der große Altersunterschied zwischen den beiden Eheleuten war und ist bis heute Quelle von Gerüchten und Vermutungen. Doch weiß man, dass Dušek ein charismatischer Lehrer war, der seine Schüler wesentlich beeinflusste; gleichzeitig genoss er als Persönlichkeit in der Musikwelt eine natürliche und doch verdiente Autorität. Josefina konnte sich an seiner Seite der geliebten Musik widmen, sie erfreute sich eines gesellschaftlichen Ansehens, das ihr das Engagement bei einer Operngesellschaft niemals hätte verschaffen können, die Kreise des Adels und der Künstler standen ihr offen. Über ihre Vermögensverhältnisse geben ihre Investitionen Aufschluss; die Bertramka war nicht die einzige Immobilie, die sie erwarb. Sie konnte ihrer Liebe für die Bildende Kunst nachgehen und ihre Sammlung erweitern - auch Maler zählten zu ihren Verehrern und Freunden.

In ihrer Gesangskunst wurde sie von der Kritik mit den berühmtesten Sängerinnen ihrer Zeit verglichen. Sie trat in Prag auf, verschiedentlich im Rahmen eigenständiger Akademien, in Deutschland, vor allem in Dresden und Leipzig, aber auch in Wien, und zwar zumeist in Konzerten vor höfischem Publikum und nur ausnahmsweise in einer Oper. Als sie 1777 mit ihrem Mann zu einem Verwandtenbesuch nach Salzburg kam, lernte sie die Familie Mozart kennen. Wolfgang Amadeus war in ihrem Alter, beide scherzten gern und waren sich im Charakter ähnlich. Er widmete ihr die Arie Ah, lo previdi und in der Bertramka schrieb er für sie Bella mia fiamma, addio. Josefina Dušek trat einige Male gemeinsam mit Mozart auf, so 1786 am Wiener Kaiserhof vor Joseph II. und 1789 in Sachsen. Auch mit dem jungen Ludwig van Beethoven arbeitete sie zusammen. Die Freundschaft der Dušeks mit Mozart, so viel kann gesagt werden, dauerte bis über das Grab hinaus, ihnen vertraute doch Mozarts Witwe Constanze die Erziehung der beiden Söhne an. Und auf der Trauerfeier für Mozart in Prag war auch die Stimme von Josefina Dušek zu hören.

Akademien, in Deutschland, vor allem in Dresden und Leipzig, aber auch in Wien, und zwar zumeist in Konzerten vor höfischem Publikum und nur ausnahmsweise in einer Oper. Als sie 1777 mit ihrem Mann zu einem Verwandtenbesuch nach Salzburg kommt, lernt sie die Familie Mozart kennen. Wolfgang Amadeus war in ihrem Alter, beide scherzten gern und waren sich im Charakter ähnlich. Er widmete ihr die Arie Ah, lo previdi und in der Bertramka schrieb er für sie Bella mia fiamma, addio. Josefa Dušek trat einige Male gemeinsam mit Mozart auf, so 1786 am Wiener Kaiserhof vor Joseph II. und 1789 in Sachsen. Auch mit dem jungen Ludwig van Beethoven arbeitete sie zusammen. Die Freundschaft der Dušeks mit Mozart, so viel kann gesagt werden, dauerte bis über das Grab hinaus, vertraute ihnen doch Mozarts Witwe Constanze die Erziehung der beiden Söhne an. Und auf der Trauerfeier für Mozart in Prag war auch die Stimme von Josefa Dušek zu hören.

Als Franz Xaver Dušek 1799 starb, begannen die materiellen Sorgen. Josefina verkaufte die Bertramka, suchte sich immer kleinere Wohnungen. Doch trat sie auch weiterhin als Sängerin auf, vornehmlich in großen Werken geistlicher Musik, in Messen und Oratorien. Sie starb, ziemlich verarmt, im Jahre 1824. Beigesetzt ist sie, wie ihr Mann auch, nahe der Bertramka auf dem Kleinseitener Friedhof.

František Xaver Dušek ( Franz Xaver Duschek) (1731-1799)

Dušek stammte aus dem Lande. Sein musikalisches Talent wurde jedoch von der dortigen Herrschaft, dem bekannten Mäzen Johann Karl Graf Sporck gefördert. Er ermöglichte Dušek ein Besuch des Jesuitengymnasiums in Königgrätz (Hradec Králové), wo er auch eine musikalische Ausbildung erhielt. Nach einem Unfall, der bleibende körperliche Schäden zur Folge hatte, wandte sich Dušek ausschließlich der Musik zu.

Zunächst studierte er bei Franz Habermann in Prag, dann in Wien bei Georg Christoph Wagenseil. Spätestens 1770 ließ er sich in Prag nieder, wo er sich alsbald einen Namen als Klavierpädagoge machte und vor allem in adligen Kreisen sehr gefragt war. Unter seinen Schülern waren etliche, die ausgezeichnete Musiker werden sollten, wie Leopold Koželuh, Vincenc Mašek und Jan August Vitásek, schließlich auch Dušeks künftige Frau, die Sängerin Josefina Hambacher, mit der er sich 1776 vermählte.

Über den großen Altersunterschied hinweg, der immer wieder Anlass für Klatschgeschichten war, verband die beiden Eheleute vieles: die außergewöhnliche musikalische Begabung und der weite kulturelle Horizont, die materiell und gesellschaftlich gesicherte Stellung, eine relativ große künstlerische Freiheit, persönlicher Charme und die Gastfreundschaft ihres Hauses. Bei den Dušeks verkehrten hoffnungsvolle junge Talente und berühmte Musiker, die nach Prag kamen. Seit 1777, als sich die Dušeks anlässlich eines Verwandtenbesuchs in Salzburg aufhielten, standen sie in freundschaftlichem und künstlerischem Kontakt mit Wolfgang Amadeus Mozart und seiner Familie. Bei seinem Besuch in Prag fand Mozart in der Kleinseitener Wohnung der Dušeks und in der Bertramka freundschaftliche Aufnahme, eine heitere, liberale Atmosphäre und Ruhe zum Schaffen.

Als Komponist widmete sich Dušek der weltlichen Musik und arbeitete mit den Kapellen der Adelshäuser Pachta und Clam-Gallas zusammen, in deren Musikarchiven sich seine Werke erhalten haben. Ein Teil seiner Klavierwerke hat instruktiven Charakter, seine Kammermusik (Streichquartette) und seine Orchesterwerke (Sinfonien) vollziehen den Übergang zur Hochklassik. Als Lehrer wie als Komponist war Dušek so gefragt, dass er sich nicht genötigt sah, in ständige Dienste zu treten - damals für die meisten Musiker die einzige Quelle eines sicheren Lebensunterhalts.

Mozarts erster Aufenthalt in Prag (11.1. - 8.2. 1787)

Prag als Stadt ohne Herrscherhof konnte Mozart zunächst nicht locken, auch wenn ihm seine Freunde und Musiker aus Böhmen, unter ihnen die Dušeks und Josef Mysliveček, immer wieder zu einem Besuch rieten. Sein Figaro hatte in Prag unerhörten Erfolg, vergleichbar nur der Begeisterung, mit der man dort vier Jahre zuvor die Entführung aus dem Serail aufgenommen hatte. So erhielt Mozart im Namen des Theaterorchesters und einiger hochgestellter Persönlichkeiten eine Einladung nach Prag. Er kam gemeinsam mit seiner Frau und war Gast seines langjährigen Gönners Thun. Die Zeitungen begrüßten seine Ankunft und wiederholten die Aufforderung zu einem Konzert. Am 19. Januar hatte die neue Sinfonie in D-Dur Premiere im Ständetheater. Beim Vortrag seiner Phantasien brillierte Mozart als Virtuose und mit seinem Talent zur Variation. Das Publikum verlangte auch nach Variationen über Melodien aus seinem geliebten Figaro.

Während des etwa einmonatigen Aufenthalts nahm Mozart in Begleitung seiner Frau an gesellschaftlichen und musikalischen Ereignissen teil, er besuchte die Bibliothek im Klementinum und schrieb für Graf Pachta die Sechs deutschen Tänze. Mit Josefina Dušek traf er diesmal nicht zusammen, denn diese befand sich auf Konzertreise in Dresden. Als Mozart nach Wien zurückkehrte, hatte er neue Freunde gewonnen, einen guten Verdienst zu verzeichnen und die Bestellung von dem Impressario Bondini für eine neue Oper in der Tasche. Prag konnte sich auf seine Rückkehr im Herbst freuen

Mozarts zweiter Aufenthalt in Prag (3.10.- 3. 11. (?) 1787)

Das zweite Mal kam Mozart am 3. Oktober 1787 nach Prag, um die von Bondini bei ihm in Auftrag gegebene Oper Don Giovanni einzustudieren. Die ursprünglich für den 14. Oktober geplante Premiere musste verschoben werden; Mozart dirigierte stattdessen unter dem begeisterten Beifall des Publikums eine Vorstellung des Figaros. Wie hektisch sich dieser zweite Aufenthalt gestaltete, lassen Mozarts Briefe an den Freund Jacquin erkennen, die regelmäßigen Nachrichten in der Prager Presse und die bruchstückhaft überlieferten Erinnerungen all jener, die Mozart damals begegneten. Im Wechsel mit dem Regisseur Guardasoni leitete Mozart im Theater die Proben mit dem Orchester und den Sängern, nahm dementsprechende Änderungen in der Partitur vor, beriet sich mit dem Libretttisten Lorenzo Da Ponte über den Text, war zu Gast in den ersten Adelshäusern, besuchte Musikerfreunde und Lieblingskneipen. Vor allem aber arbeitete er fieberhaft an den fertigzustellenden Teilen der Oper

Mozart war mit dem noch unvollendeten Werk nach Prag gekommen. Zunächst nahm er in einer Herberge am Kohlenmarkt unweit des Theaters Quartier, später zog er zu den Dušeks und somit auch in die herbstliche Natur der Bertramka, wo er ungestört komponieren konnte. Den Abschluss der Oper datierte der Komponist auf den 28. Oktober 1787, also auf den Tag vor der Premiere. Erhaltene Briefe Mozarts informieren bis ins Einzelne über den Verlauf der Vorbereitungen. Eine Untersuchung von Libretto und Partitur, auch des benutzten Papiers lässt heute eindeutig erkennen, welche Teile des Werkes erst in Prag entstanden, so einige Arien, das Finale und die Ouvertüre.

Am 29. Oktober endlich kam der Abend, dem die kulturelle Öffentlichkeit Prags mit so freudiger Spannung entgegengesehen hatte. Die neue Oper erklang und hatte unglaublichen Erfolg. Auch die weiteren Vorstellungen verliefen erfolgreich und Mozart fand Zeit, kleinere Kompositionen für seine Freunde zu schreiben, so die Arie Bella mia fiamma, addio für Madame Dušek, er fand Zeit für die Sehenswürdigkeiten Prags, außer dem für das Kloster auf dem Strahov.

Das Angebot, in Prag zu bleiben und eine weitere Oper zu schreiben, lehnte Mozart ab. Trotz allen Erfolges waren es in erster Linie Wien und der Hof, wo er Anerkennung suchte. Er setzte seine Hoffnungen auf die freigewordene Stelle eines Hofkomponisten, die ihn finanziell absichern und gleichzeitig seinem Schaffen neue Möglichkeiten eröffnen würde. Doch wurde ihm lediglich der bescheidenere Titel eines "Kammermusicus" verliehen, der nicht mit der Bestellung größerer Werke einherging. Auch dem Don Giovanni brachte man in der Residenzstadt nicht das rechte Verständnis entgegen. Das musikalische Niveau der Prager Inszenierung konnte nicht erreicht werden, auch entsprach die Oper weder dem Geschmack bei Hofe noch dem des normalen Publikums.

Mozarts letzter Aufenthalt in Prag (28.8. 1791 bis Mitte Oktober 1791)

Der dritten Begegnung Mozarts mit Prag gehen zwei flüchtige Aufenthalte voraus; 1789 befand sich Mozart in Begleitung vom Fürsten Karl Lichnowsky auf Konzertreisen nach Berlin. Damals kam es mit Guardasoni zu vielversprechenden Verhandlungen über eine neue Oper, aber Guardasonis Ensemble verließ Prag später jedoch für eine Zeit und aus der Oper wurde nichts.

Erst die geplante Krönung Leopold II. zum böhmischen König führte Mozart erneut nach Prag. Ein Höhepunkt der Krönungsfeierlichkeiten sollte die von Guardasoni bei Mozart bestellte Oper La clemenza di Tito werden. Mozart und seine Frau wurden auf ihrer Reise nach Prag vom Mozarts Schüler Süßmayer begleitet, der die Rezitative für die neue Oper ausarbeitete. Obwohl Mozart bis zur Premiere mit Arbeit überhäuft war, bat man ihn, am 2. September eine Festvorstellung des Don Giovanni für die Hofgesellschaft zu dirigieren, und wieder hatte die Oper großen Erfolg. Er besuchte auch seine Brüder in der Loge, wo die Kantate Die Maurerfreude erklang.

Am 6. September, dem Tag der Krönung, hatte Mozarts neue Oper Premiere, doch das offizielle Publikum begegnete ihr eher mit Unverständnis. Für Mozart, dessen Zukunft von dem neuen Herrscher abhing, war dies eine große Enttäuschung. Weder der Zauber der herbstlichen Bertramka noch der Glanz des festlichen Balls konnten seine Trauer vertreiben, in der wohl auch die beginnende Krankheit ihre Schatten bereits vorauswarf. Nicht zuletzt spiegelt sich Mozarts Stimmung in der Arie Io ti lascio, o cara, addio. Er soll sie kurz vor seiner Abreise geschrieben haben. So nahm er ein letztes Mal Abschied von seinen Prager Freunden und eilte zurück nach Wien, wo ihn die Arbeit an den Vorbereitungen zur Zauberflöte erwartete. Kurz darauf starb er.

Die Nachricht von Mozarts Tod am 5. Dezember 1791 traf seine Verehrer in Prag schmerzlich. Auf Initiative des Theaterorchesters wurde am 14. Dezember in der Kirche St. Nikolaus auf der Prager Kleinseite eine Trauerfeier veranstaltet. Unter der Mitwirkung von 120 Musikern und Sängern - unter den Solisten auch Josefina Dušek - brachte Josef Strobach, der Leiter des Theaterorchesters, das Requiem von Roesler (Rosetti) zur Aufführung. An der Trauerfeier nahmen mehrere Tausend Menschen teil.

Bertramka und ihre Geschichte

Der Bereich südwestlich der Stadtmauern von Prag hinter dem Tor in Újezd gehörte seit 1342 zu einem Kartäuserkloster, das 1419 während der hussitischen Kämpfe zerstört wurde. Die vorteilhafte Lage der umliegenden Hänge veranlasste die Ordensbrüder schon damals zur Anlage ausgedehnter Weinberge. Seit dem 16. Jahrhundert errichteten hier reiche Prager Bürger Wirtschaftsgebäude, aber auch ansehnliche Wohnhäuser und Sommerschlösschen in schöner Aussichtslage. So entstand in Smíchov eine Reihe von Anwesen, die wirtschaftlicher Nutzung ebenso wie der Erholung dienten.

Es lässt sich nicht sicher belegen, wer der Erbauer der heutigen Bertramka war. Um 1700 wurde das Haus errichtet, dessen Frontseite bis heute von der monumentalen, zweiflügeligen Treppe beherrscht wird. Von 1696 bis 1710 wechselte das Anwesen dreimal den Besitzer, stieg dabei stets beträchtlich im Preis, und erst im Zusammenhang mit dem letzten Kauf durch Johann Franz Pimskorn werden die Gebäude in ihrem heutigen Umfang beschrieben. Der Name "Bertramka" wurde erst Mitte des 18. Jahrhunderts gebräuchlich; damals gehörte das Anwesen, das so oft den Besitzer wechselte, einer gewissen Franzisca Berthram.

Josefina Dušek kaufte die Bertramka im April 1784. Wo heute eine betriebsame Hauptverkehrsader lärmt, verlief früher eine staubige Straße, durch die Gärten zog sich ein Bach, der nun unter die Erde verlegt ist. Aus dem Kaufvertrag geht hervor, dass die Bertramka nicht nur Wein zu bieten hatte, sondern auch Obst, Getreide und Milch sowie Geflügel und Gemüse für den eigenen Bedarf. Dušeks konnten somit den Tisch für ihre Gäste reichlich decken. Die meisten jedoch schätzten die Bertramka als einen Ort des freien Gesprächs und guter Musik. Mozart, der hier im Oktober 1787 und von Ende August bis Anfang September 1791 zu Gast war, fand mehr als nur ungestörte Ruhe für seine Arbeit. Die Bertramka befand sich fünfzehn Jahre im Besitz der Dušeks; während dieser Zeit gelang es Josefina, das Anwesen in einen vergleichsweise ansehnlichen Sommersitz zu verwandeln, zu dessen Zierde nicht zuletzt ihre Kunstsammlung zählte.

Nach dem Tode ihres Mannes war Josefa Dušek zum Verkauf der Bertramka gezwungen. Ob den zahlreichen weiteren Besitzern bewusst war, dass sich in ihrem Haus einst Mozart aufgehalten hat, ist nicht belegt. Im Jahre 1838 erwarb der Geschäftsmann Lambert Popelka das Haus und Grundstück für sich und seine Frau auf einer Auktion in Dresden. Von ihm ging die Bertramka auf seinen Sohn Adolf Popelka über, der auch die Liebe zu Mozart von seinem Vater geerbt hatte. Er sammelte Gegenstände, die an Mozart erinnerten, und machte für Interessierte die Zimmer zugänglich, die Mozart der Überlieferung nach bewohnt haben soll. 1856 nahm er Kontakt zu Karl Thomas Mozart auf, ließ eine Mozart-Büste im Garten aufstellen und veranstaltete anlässlich des 100. Jubiläums der Uraufführung von Don Giovanni eine Gedenkfeier in der Bertramka. Zum Jahreswechsel 1872-73 wurde die Bertramka durch einen Brand beschädigt. Danach kam es zu einzelnen Umbauten. 1918 fiel die Bertramka an Mathilda Sliwenská, welche das Anwesen 1925 in bereits sehr schlechtem Zustand dem Salzburger Mozarteum überschrieb.

Langjährige Bemühungen, vor allem das Engagement Dr. Jan Branbergers, führten schließlich dazu, dass die Mozart-Gemeinde der Tschechoslowakischen Republik die Bertramka im Jahre 1929 erwerben konnte - mit Hilfe staatlicher Subventionen und finanzieller Unterstützung durch Musikliebhaber. Bei der erforderlichen Sanierung während des Protektorats wurden spätere Um- und Ausbauten rückgängig gemacht: Man entfernte die eingezogenen Decken, trug die Tapeten ab und holte die ursprünglichen Wandmalereien hervor, die Sala Terrena erhielt ihr ursprüngliches Erscheinungsbild zurück, ein Teil der bemalten Balkendecke aus dem Beginn des 18. Jahrhunderts wurde freigelegt.

Bis zu den Mozartfeiern 1956 war die Sanierung abgeschlossen und eine ständige Ausstellung in der ehemals bewohnten Etage der Villa eingerichtet, die an die ruhmreichen Zeiten in der Geschichte der Bertramka erinnerte.






 
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Neuentwicklungen
Bertramka ist geschlossen
Seit dem 1. November 2009 ist die Tätigkeit der Gesellschaft Comenius in dem Museum W. A. Mozarts und des Ehepaars Dušek auf Bertramka beendet. 
 
Alle Aktivitäten wie die Verwaltung der Exposition des Museums, Konzerte für die Öffentlichkeit und für Privatgruppen, Café Bertramka, Veranstalltungen von Hochzeiten und das Souveniershop, die im Museum von der Gesellschaft Comenius veranstalltet worden waren, wurden beendet.
 
Wir danken allen für die langen Jahren der Unterstützung und Sympathie!